Förder- und Forderplanung
Lernausgangslage
Um den Schulanfängern ein ihnen angemessenes, differenziertes Unterrichtsangebot machen zu können, das ihren individuellen Lernvoraussetzungen entspricht, wird zum Ende des letzten Kindergartenjahres und zu Beginn der ersten Schulwochen die Lernausgangslage überprüft. Während im Kindergarten durch die Erzieherinnen
- allgemeine Beobachtungen zum Kind
- soziale und emotionale Kompetenzen
- Verhalten in Lernsituationen
- Beobachtungen zur Wahrnehmung, Motorik
- der kognitive Bereich (Mathematisches Verständnis, Sprache, alltagspraktische Kenntnisse)
beschrieben werden, diagnostiziert die Grundschule bei den Kindern:
- Körperwahrnehmung und Gleichgewicht
- taktile, visuelle und akustische Wahrnehmung
- Auge-, Handkoordination
- Grob- und Feinmotorik
- Sprache
- Mengeninvarianz
- logisches Denken und Anweisungsverständnis
Für den Unterricht erwächst aus den Resultaten ein individuelles Förder- und Forderkonzept.
Förder- und Forderband
Förder- und Forderbänder sind eine Form der Differenzierung mit dem Ziel:
- Defizite auszugleichen
- Grundqualifikationen (Basiswissen) zu vertiefen und
- Begabungen zu stärken.
Ausgehend von den Ergebnissen der Überprüfung der Lernausgangslage bzw. durch Beobachtungen im Unterricht sowie Lernstandserhebungen wird von den Lehrkräften ein Förder- und Forderbedarf in den verschiedenen Bereichen der Wahrnehmung, des Lesens und Schreibens sowie in den Fächern Mathematik und Deutsch festgestellt.
Auf der Basis dieser Daten werden Förder- und Forderangebote festgelegt und die Schüler und Schülerinnen den verschiedenen Angebotsgruppen zugewiesen. In regelmäßigen Abständen wird auf Pädagogischen Dienstbesprechungen festgelegt, ob die Zuweisung der einzelnen Schüler und Schülerinnen noch bedarfsgerecht ist. Gegebenfalls werden die Zuweisungen entsprechend der Lernentwicklung geändert.
Das Förder/Forderband begleitet so unterstützend das individuelle Fordern und Fördern in den einzelnen Klassenstufen.
Sofern die personellen Ressourcen zur Verfügung stehen, bieten wir für besonders leistungsstarke Schülerinnen und Schüler einen Forderunterricht im Fach Mathematik an.
Schülerinnen und Schüler mit Teilleistungsdefiziten erhalten Sprachförderunterricht sowie eine Förderung im Rechtschreiben und in der visuellen Wahrnehmung.
Zuzeit findet an drei Tagen/Woche eine Hausaufgabenhilfe statt.
Individuelles Lernen
Im Unterricht ergeben sich stets Freiräume, in denen sich die Lehrkräfte den einzelnen Schülerinnen und Schülern zuwenden können. Jede Lehrkraft entscheidet im Rahmen der pädagogischen Freiheit, welche Unterrichtsform - wie z.B. Frei-, Tagesplan -, Wochenplan-, Werkstattarbeit - und welches Konzept sie vertreten kann. Grundsätzlich erfolgt hierbei die Orientierung an den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler, deren Selbstständigkeit und Selbstvertrauen durch die Individualisierung des Unterrichts gefördert werden.
Team-Teaching
Eine weitere erfolgreiche Maßnahme ist das Fördern und Fordern in Form der Doppelbesetzung, sofern dies aufgrund der personellen Ressourcen möglich ist. Der Vorteil liegt darin, dass die Gruppe der zu fördernden und fordernden Kinder den Lernbedingungen entsprechend immer wieder nach kurzen Absprachen anders zusammengestellt werden kann. Es erfolgt in hohem Maße eine individuelle Betreuung. Auch leistungsstarke Kinder können bei höherem Leistungsniveau gefordert und spontan in Arbeitsecken und Gruppenräumen zusammengefasst werden.
RIKO-Förderstunden
Die HES gehört seit dem Schuljahr 2009/10 dem Verbund "RIKO" (Regionales Integrationskonzept Oldenburg) an. Unserer Schule stehen in diesem Schuljahr 20 Förderstunden pro Woche zur Verfügung. Bei diesem Konzept geht es um die gemeinsame Beschulung aller Grundschulkinder. Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf sollen nach Möglichkeit in der Grundschule verbleiben und zieldifferent, also nach den Kerncurricula der "Förderschule Lernen", in der Regelschule unterrichtet werden. An der HES werden die RIKO-Förderstunden bei SchülerInnen mit einem festgestellten Förderbedarf als auch überwiegend zur präventiven Förderung eingesetzt, wenn ein begründeter umfassender Förderbedarf festgestellt wurde. Gefördert wird in den Bereichen Deutsch und Mathematik.